Monsieur Claude und seine Töchter

Komödie nach dem gleichnamigen Film von Philippe de Chauveron & Guy Laurent für die Bühne adaptiert von Stefan Zimmermann
Regie: Frank-Lorenz Engel, Bühne: Steven Koop

14.12.2017 - 04.02.2018

Monsieur Claude – Notar, stockkonservativer Gaullist und erzkatholisch – und seine Frau Marie führen ein zufriedenes Leben in der französischen Provinz samt vier ziemlich schöner Töchter. Doch der idyllische Frieden bröckelt mit den Hochzeiten der drei älteren Töchter:  Adèle verliert ihr Herz an den erfolglosen jüdischen Geschäftsmann Abraham, Isabelle hat sich den Muslim Abderazak ausgesucht und Michelle ist die Frau des chinesischen Bankers Chao Ling. Der Anpassungsdruck ist groß, in die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles' Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht...

Mit über 20 Millionen Zuschauern, darunter fast 4 Millionen in Deutschland, gehört der gleichnamige Film aus dem Jahr 2014 zu den erfolgreichsten Komödien des französischen Kinos. In Zeiten zunehmender Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung religiöser Gruppen liefert das Stück auf sympathische und humorvolle Weise Denkanstöße für Toleranz und ein friedliches Miteinander.